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Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 25.02.2002

TVS: Gelungene Revanche

Saarlouiser Basketballerinnen mit 80:74-Sieg gegen Freiburg fast sicher in den Play-Offs

- - Von SASCHA SPRENGER - -

Saarlouis. Als der Schlusspfiff in der Saarlouiser Kreissporthalle ertönt, geht Katja Zberch in die Knie und stößt einen lauten Schrei aus. Dann springt sie Andrea Harder um den Hals und freut sich mit der Mannschaft über das (Fast)-Erreichen der Play-Offs. Das 80:74 gegen den USC Freiburg bedeutet nämlich nicht nur wieder den Sprung auf Tabellenrang sechs, sondern auch, dass es jetzt schon mit dem Teufel zugehen müsste, wenn der TVS die Play-Offs nicht schaffen sollte. Dazu müssten die Saarlouiserinnen ihre letzten beiden Spiele verlieren, der TSV Wasserburg alle drei Spiele gewinnen und dabei auch den direkten Vergleich mit dem TVS für sich entscheiden. Daran glaubt in Saarlouis eigentlich niemand, zumal sich die "Royals" endlich wieder in bestechender Verfassung präsentieren. Gegen den "Angstgegner" aus dem Breisgau jedenfalls zeigen sie vor 400 Zuschauern eine tolle Mannschaftsleistung. Wie üblich werden Nationalspielerin Andrea Harder und Centerspielerin Payton Black bis zum Rande der Legalität verteidigt. Normalerweise gerät der TVS dann in Schwierigkeiten, da die anderen Spielerinnen dann zu wenig Verantwortung übernehmen. Nicht so gegen Freiburg. Endlich nutzen alle anderen ihre Freiräume konsequent aus und entlasten die beiden Topscorerinnen. Vier Spielerinnen punkten zweistellig, dazu erzielen Tina Wagner neun und Eva Schönecker acht Punkte. "Unsere Ausgeglichenheit hat heute das Spiel entschieden", freut sich TVS-Trainerin Zsuzsanna Boksay, "jetzt können wir fast ohne Druck die letzten Aufgaben angehen."

Auch für die Psyche der "Royals" ist dieser Sieg enorm wichtig. Schon zwei Mal in dieser Saison hatten sie gegen Freiburg verloren, unter anderem auch im Viertelfinale des DBB-Pokals. "Der Erfolg tut verdammt gut, vor allem die Weise, wie er zu Stande kam", meint Andrea Harder, "wir wollten unbedingt diese Revanche und haben endlich gezeigt, dass nicht nur zwei Spielerinnen die Hauptarbeit leisten. So macht das Spiel noch mehr Spaß. Jetzt wollen wir auch die letzten beiden Spiele gewinnen, um eine gute Ausgangsposition zu haben."

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 22.02.2002

Royals bangen um Einzug in Play-Offs

80:93-Niederlage gegen die BG Dorsten - gegen Freiburg muss jetzt ein Sieg her, um den achten Tabellenplatz zu sichern

- Von SASCHA SPRENGER -

Saarlouis. Am Ende stimmte nur das Ergebnis nicht. Mit 80:93 (36:54) verloren die Saarlouiser Bundesliga-Basketballerinnen ihr Auswärtsspiel bei der BG Dorsten und büßten damit wertvolle Punkte im Kampf um einen Play-Off-Platz ein. Dabei konnte TVS-Trainerin Zsuzsanna Boksay mit der Leistung ihrer Mannschaft eigentlich recht zufrieden sein. 80 Punkte auswärts sind eine gute Quote. Allerdings hatten die "Royals" ein großes Problem: Die Ballverluste. Schon in der ersten Hälfte verbuchten die Saarlouiserinnen derer 18. Zum Vergleich: Dorsten kam in der gesamten Partie gerade einmal auf zehn. Insgesamt waren es am Schluss 27 Fehler, die die Dorstenerinnen in Ballbesitz brachten. Aber es gab auch Positives aus Dorsten zu vermelden. Mit Payton Black (33 Punkte, 13 Rebounds) hatten die Saarlouiserinnen die überragende Spielerin des Abends in ihren Reihen. Die US-Centerin befindet sich nach einigen schwachen Spielen wieder in einer besseren Form. Die Reboundstatistik ging mit 36:17 klar an die Gäste. Wenn da nicht die vielen Ballverluste gewesen wären... "Wenn man so viele Würfe weniger hat, kann man nicht gewinnen. Aber insgesamt hat sich die Mannschaft gegenüber den letzten Spielen enorm gesteigert", sagt Trainerin Zsuzsanna Boksay, "Wenn wir diese Form halten können, erreichen wir ganz klar die Play-Offs." Auf einem Play-Off-Platz stehen die Saarlouiserinnen zurzeit noch. Allerdings müssten sie als achte sofort gegen den national fast unbezwingbaren BTV Wuppertal antreten. Ein paar Siege sollen also noch her, um den achten Rang nach oben zu verlassen. Unmöglich ist das nicht, da der Abstand zu Rang vier gerade einmal zwei Zähler beträgt. Aber leider ist auch nach unten noch alles möglich. Zwar liegen die "Royals" vier Punkte vor dem Neunten Wasserburg und sechs Zähler vor dem Zehnten Wolfenbüttel, aber genau bei diesen Teams müssen sie noch auswärts ran. Sollte es also ganz verrückt laufen, würden die Play-Offs ohne sie stattfinden. Aber darauf will sich Boksay gar nicht einlassen. Im letzten Heimspiel der regulären Saison am Sonntag (16 Uhr) soll ein Sieg her, der den Druck von der Mannschaft nimmt. Jedoch heißt der Gegner am Wochenende USC Freiburg, und an den haben die Saarlouiserinnen keine guten Erinnerungen. Schließlich war es die Freiburger "Rumpftruppe", die den TVS im Pokal-Viertelfinale in Saarlouis bezwang.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 21.02.2002

TVS: Noch ein Sieg bis zu den Playoffs

- Von SASCHA SPRENGER -

Saarlouis. Die Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) steuert auf ein Herzschlag-Finale zu. Nicht, was Platz eins angeht, denn der scheint so gut wie sicher dem noch verlustpunktfreien BTV Wuppertal zuzustehen. Nein, um die anderen Playoff-Plätze ist ein harter Konkurrenzkampf entbrannt. Zurzeit stehen die Saarlouiser Basketballerinnen mit 16:18 Punkten auf Rang acht, wären also für die Endrunde qualifiziert.

Allerdings müssten sie es dort mit dem scheinbar unschlagbaren Serienmeister aus Wuppertal aufnehmen. Also sollen in den verbleibenden Spielen möglichst viele Siege her, um mit einer besseren Platzierung dem Meister in Runde eins aus dem Weg zu gehen. Das ist durchaus möglich, denn zu Rang vier sind es gerade mal zwei Punkte Differenz. Aber auch die vier Punkte Vorsprung auf Rang neun sowie sechs auf Rang zehn bedeuten noch keine Sicherheit für die "Royals", da sie gerade bei den Teams noch antreten müssen, die hinter ihnen in Lauerstellung liegen. Es ist also noch alles drin - zum Positiven ebenso wie zum Negativen.

Da stimmt es optimistisch, dass TVS-Trainerin Zsuzsanna Boksay trotz der 80:93-Niederlage am Wochenende in Dorsten nicht unzufrieden war. "Es war schon viel besser als in Nördlingen oder gegen Bensberg", verrät sie, "lediglich die vielen Ballverluste in der ersten Halbzeit haben uns den Sieg gekostet. Ansonsten hat eigentlich wieder alles gestimmt, ich bin also zuversichtlich für die letzten Spiele. Man merkt, dass sich die Mannschaft noch einmal zusammenreißen will." Payton Black beispielsweise beweist nach einigen desolaten Spielen gegen Dorsten mit 33 Punkten wieder eine ansteigende Form, so dass der TV Saarlouis unter dem Korb durchaus wieder gefährlicher sein kann.

Ein Sieg aus drei Partien muss nach Boksays Meinung noch her, um sicher in den Playoffs dabei zu sein. Und der gelänge am besten schon am Sonntag im letzten Heimspiel der Saison gegen den USC Freiburg. Denn dann könnten die "Royals" ohne Druck die beiden letzten schweren Auswärtsfahrten antreten. Doch Boksay sieht dieses Heimspiel als die schwerste Prüfung der noch ausstehenden Spiele an: "Für Freiburg geht es ebenfalls um viel, die wollen noch weiter nach oben. Dazu haben sie eine unglaublich tiefe Bank und sind sehr ausgeglichen besetzt, das könnte ein Vorteil sein. Natürlich versuchen wir zu gewinnen, aber das wird nicht einfach."

An Motivation dürfte es den Saarlouiserinnen bestimmt nicht mangeln. Denn die Niederlage gegen Freiburg im Pokal-Viertelfinale kurz vor Weihnachten ist noch nicht vergessen. Zsuzsanna Boksay: "Da haben wir noch etwas gut zu machen." Anwurf ist am Sonntag um 16 Uhr in der Kreissporthalle in Saarlouis.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 18.02.2002

Royals verlieren in Dorsten

Dorsten (spr). Basketball-Bundesligist TV Saarlouis hat am Samstagabend in Dorsten mit 80:93 (36:54) verloren. Dennoch bescheinigte Trainerin Schuscha Boksay ihren Mädels eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber den letzten beiden Spielen gegen Nördlingen und Bensberg. Entscheidend für die Niederlage gegen Dorsten: Die "Royals" hatten 27 Ballverluste, und Dorsten dadurch insgesamt 18 Würfe mehr. Beste beim TVS nach zuletzt vielen schwachen Auftritten war US-Centerin Payton Black mit 33 Punkten und 13 Rebounds.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 16.02.2002

Bis zum Schluss auf Messers Schneide

Die Saarlouiser Bundesliga-Basketballerinnen wollen am heutigen Samstag gegen Dorsten punkten

Saarlouis (spr). Hauptsache gewonnen! Anders kann das Motto der Saarlouiser Bundesliga-Basketballerinnen nach dem knappen 61:56 gegen den TV Bensberg nicht lauten. Gegen den noch sieglosen Tabellenletzten taten sich die "Royals" unnötigerweise sehr schwer. Noch bei 56:56 eine Minute vor Schluss stand das Spiel auf des Messers Schneide. Und hätten die Saarlouiserinnen nicht Andrea Harder in ihren Reihen und würde die Formkurve der Aufbauspielerinnen Tina Wagner, Tessy Weis und Anke Maurer nicht steil nach oben zeigen, wer weiß, wie dieses Spiel ausgegangen wäre.

Nationalspielerin Harder zeigte mit 25 Punkten wieder eine Klasse-Leistung. Tina Wagner zeigte auch in der Offensive diesmal eine gute Partie (acht Punkte), obwohl sie laut Trainerin Zsuzsanna Boksay noch ein paar Würfe mehr nehmen könnte. "Aber der Weg ist richtig, etwas Zeit braucht es noch", bestätigt "Schuscha". In der Abwehr konnte man sich wie gewohnt auf Tessy Weis verlassen, die dort Woche für Woche überragende Partien abliefert. Eva Schönecker zeigte sich als guter "Ersatz" für Katja Zberch. Sie traf in ihren elf Minuten Spielzeit alle ihre drei Würfe und sorgte damit vorne für Entlastung.

Insgesamt waren diese Steigerungen notwendig, um den Tabellenletzten vor 300 Besuchern in eigener Halle in die Schranken zu weisen. Denn die beiden Centerinnen Payton Black und Katja Zberch befinden sich zurzeit außer Form. Black nutzte ihre Größen- und Athletikvorteile in keiner Phase des Spiels, und auch Zberch blieb mit acht Zählern weit unter ihren Möglichkeiten. Einzig ihre Nervenstärke zeichnete die Saarlouiserinnen wiederholt aus. Fünf Treffer bei sechs Freiwurfversuchen durch Tina Wagner, Tessy Weis und Andrea Harder in den letzten 30 Sekunden bedeuteten den Sieg in einem schwachen Spiel.

"Wir haben im zweiten Viertel den Rhythmus verloren", erklärt Trainerin Boksay den eigentlich höher erwarteten Erfolg, "danach blieb die Abwehr gut, aber die Offensive schlecht. Unsere Zonenabwehr hat uns am Ende gerettet." Gerettet vor einer Blamage, die höchstwahrscheinlich die Play-Offs gekostet hätte. So jedoch steht der TVS auf Rang fünf - dank des besseren direkten Vergleichs gegen Bonn und Wedel. Vier Punkte Vorsprung sind es zu Platz neun, gar sechs auf Rang zehn. Doch bei drei Auswärtspartien in den nächsten Wochen ist noch alles möglich, zumal der TVS auch bei direkten Play-Off-Konkurrenten antreten muss. Am heutigen Samstag (19.30 Uhr) geht es erst einmal zum Tabellenvierten nach Dorsten. Normalerweise haben die "Royals" auch dort eine reelle Siegchance.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 09.02.2002

Für Royals ist ein Sieg jetzt Pflicht

Saarlouis (spr). Wieder kein Auswärtssieg. Die Saarlouiser Bundesliga-Basketballerinnen müssen nach dem unnötigen 65:78 weiter auf den zweiten Auswärtserfolg warten. Warum die "Royals" die Partie beim TSV Nördlingen sowie den direkten Vergleich im letzten Viertel noch aus den Händen gaben, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Nach einer schwächeren Anfangsphase übernahm der TVS bis zum Ende des dritten Viertels das Kommando und führte auch verdient nach dreißig Minuten noch mit 57:55. Doch danach folgte ein Einbruch, der kaum zu erklären ist. Plötzlich wurde das Mannschaftsspiel vernachlässigt, was die Gastgeberinnen zu einem 23:8-Endspurt und zum Sieg nutzten. "Auf einmal sind wir von unserer taktischen Marschroute, die bis dahin hervorragend geklappt hatte, abgewichen", sucht TVS-Trainerin Zsuzsanna Boksay nach Erklärungen, "es war kein Zusammenspiel mehr da, und dann kommt noch so eine Niederlage dabei heraus." Wiedergutmachung ist also angesagt. Da kommt der Tabellenletzte und Aufsteiger aus Bensberg scheinbar gerade recht. Der steht abgeschlagen mit null Punkten am Tabellenende und kann eigentlich schon wieder für die zweite Liga planen. Doch mit der neuen US-amerikanischen Centerspielerin Kristina Anderson wollen sie auf jeden Fall noch den ein oder anderen Achtungserfolg in der höchsten deutschen Spielklasse erzielen. Das gilt, von Saarlouiser Seite aus zu verhindern. Dabei ist vor allem Payton Black gefragt, die die Kreise ihrer Landsfrau unter dem Korb einengen soll. Ein Sieg ist für Saarlouis also fast Pflicht, wenn die Play-Offs erreicht werden sollen. Betrachtet man das Restprogramm, sieht man auch warum: Der TVS muss noch drei Mal auswärts antreten, und zwar in Dorsten, bei den heimstarken Wolfenbüttelerinnen sowie am Ende in Wasserburg, wo es dann wohl ebenfalls um die Play-Offs gehen wird. Neben Bensberg können die Saarlouiserinnen nur noch den USC Freiburg in der Kreissporthalle begrüßen. Also noch vier ungemein schwere Aufgaben, die auf die "Royals" warten. Umso wichtiger wäre der Erfolg in Nördlingen gewesen - so hingegen steht der TVS selbst gegen Bensberg unter Druck.

Ob die "Royals" also etwas beruhigter Karneval feiern können, entscheidet sich an diesem Sonntag ab 16 Uhr in der Kreissporthalle Saarlouis.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 04.02.2002

Royals: Schlimmes letztes Viertel

Nördlingen (spr). Die Saarlouiser Bundesliga-Basketballerinnen haben ihr Auswärtsspiel beim TSV Nördlingen deutlich mit 65:78 verloren. Dabei hatten die Royals zehn Minuten vor dem Ende noch mit 57:55 geführt, doch im letzten Viertel brachen sie komplett ein (8:23). Durch diesen "Blackout" hat der TV Saarlouis auch den direkten Vergleich mit dem Playoff-Konkurrenten verloren und würde bei Punktgleichheit in der Tabelle hinter Nördlingen platziert. Royals-Trainerin Zsuzsanna Boksay war nach dem Spiel bitter enttäuscht von der Leistung ihrer Mannschaft: "Am Schluss haben wir einfach nicht mehr zusammengespielt und sind dadurch aus dem Rhythmus gekommen. Ein Sieg wäre hier durchaus drin gewesen." In der Liga wird es für die Royals jetzt wieder enger, der Vorsprung auf die Abstiegsplätze schmilzt. Am kommenden Sonntag (16 Uhr, Kreissporthalle Saarlouis) treffen die Royals allerdings auf das in 14 Spielen sieglose Tabellen-Schlusslicht TV Bensberg. Da sollte ein Sieg drin sein.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 02.02.2002

TVS will Auswärtskomplex ablegen

In Nördlingen wollen Royals beide Punkte einfahren

Saarlouis (spr). 12:4 Punkte nennt man eine gute Heimbilanz. Ihr haben es die Saarlouiser Bundesliga-Basketballerinnen zu verdanken, dass sie auf Rang sechs der Tabelle stehen. 2:10 Punkte auswärts sprechen dagegen ebenfalls eine deutliche Sprache. Nur beim Tabellenletzten in Bensberg konnte die Mannschaft von Trainerin Zsuzsanna Boksay bisher gewinnen. In Freiburg, Wedel, Bonn, Marburg und Wuppertal setzte es Schlappen, wenn auch mitunter knapp. In Nördlingen (Samstag, 19.30 Uhr) soll der Knoten endlich auch einmal auswärts platzen. Das wäre immens wichtig, wenn man bedenkt, wie eng das Mittelfeld der Liga beisammen ist. Ein Auswärtssieg oder ein gutes Ergebnis kann am Ende die Entscheidung bei der Vergabe der Play-Off-Plätze bringen.

Der TVS hofft auch darauf, dass die Schiedsrichter nicht die folgenden schweren Partien entscheiden. "Es ist uns jetzt ein paar Mal passiert, dass wir immens viel weniger Chancen von der Freiwurflinie hatten als der Gegner, was teilweise darauf zurückzuführen ist, dass weniger Fouls für uns gepfiffen wurden", erklärt Boksay. "Ich habe nichts dagegen, dass gegen Spielende im Zweifel für die Heimmannschaft entschieden wird, das ist einfach der Heimvorteil. Aber das sollte nicht das ganze Spiel so gehen." Das Hinspiel gewannen die "Royals" mit 68:62. Allerdings mussten die Nördlingerinnen, zurzeit auf Rang drei der Tabelle, auf ihre etatmäßige Aufbauspielerin Sandra Carroll verzichten. Die ist jetzt wieder dabei - und sie ist korbgefährlich wie eh und je. Mit über 20 Punkten im Schnitt steht sie auf Rang vier der Korbjägerinnenliste. Direkt dahinter steht ihre Teamkameradin Gail Strumpf. Die Centerspielerin wird es wieder mit Payton Black zu tun bekommen, die ihr im Hinspiel kaum einen Stich ließ und dieses Duell klar für sich entscheiden konnte. Dieses Duell wird wieder von entscheidender Bedeutung sein. Dazu müssen die Saarlouiserinnen die Kanadierin Carroll in den Griff bekommen.

Eine insgesamt schwere Aufgabe, obwohl der TVS nach den Leistungen der letzten Woche durchaus optimistisch an die Sache herangehen darf. Eine alte Bekannte werden die "Royals" jedoch nicht auf dem Spielfeld treffen. Tina Lehnertz, Ex-Saarlouiserin und nun im Trikot des TSV Nördlingen, wird nach einem Handbruch nicht auflaufen können.

 

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 01.02.2002

Royals landen Kantersieg in Mainz

Basketball-Oberliga: TV Saarlouis gewinnt 108:80

Saarlouis (spr). Bei den Basketballern des TV Saarlouis sorgen jetzt auch die Herren für Furore. Der frisch gebackene Saarlandpokal-Sieger ist nämlich auch in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar auf Erfolgskurs. Nach dem 108:80-Kantersieg gegen den ASC Mainz steht das Team von Trainer Mariusz Dziurdzia bereits auf Rang drei. Die Meisterschaft ist angesichts des großen Vorsprungs der SG Dürkheim/Speyer nicht mehr möglich, aber die Bundesliga-Reserve von Herzogtel Trier würde Dziurdzia gerne noch von Platz zwei vertreiben. Gegen Mainz feierte Rückkehrer Mike Merles sein Heimdebüt für diese Saison. Der 2,04 Meter große Amerikaner spielte bereits letzte Saison für den TVS, bevor er nun nach einen Gastspiel in Kaiserslautern wieder für die "Royals" auf Korbjagd geht. Und mit einem starken Center besitzt die ansonsten recht "kleine" Mannschaft weit mehr Möglichkeiten.

Das wurde gegen die Mainzer deutlich, die lediglich im ersten Viertel die Unachtsamkeiten der Saarlouiser nutzen und in Führung gehen konnten. Danach weckte Dziurdzia sein Team in einer Auszeit auf. Eine offene aggressive Deckung brachte viele Ballgewinne und Saarlouiser Schnellangriffe. Ab Minute 15 übernahm der TVS so die Führung und baute sie bis zum Ende aus. Sie ließen sich auch nicht durch die mehr als rauhe Gangart der Gäste verunsichern, bei denen fünf Spieler das Feld vorzeitig mit fünf Fouls verlassen mussten. Spätestens als Mike Merles im letzten Viertel mit einem krachenden Dunking auf 81:66 erhöhte, war das Spiel gelaufen. Die Saarlouiser zauberten noch ein wenig, wurden dabei aber von Fouls der Gäste gebremst.

Topscorer der Partie wurde Mike Merles mit 30 Punkten vor Routinier Christian Neuber, der auf 25 Zähler kam. Jimmy Lauter schaffte 13 Punkte. Mit nun 22:12 Zählern liegen die "Royals" zwei Pluspunkte vor den Baskets 98 Völklingen. Nach einer dreiwöchigen Pause kommt es im Heimspiel gegen Völklingen zum Saarderby um Platz drei. Doch ob die Saarlouiser die Vizemeisterschaft noch schaffen oder nicht, einen Höhepunkt gibt es im nächsten Jahr sowieso schon: Das Erstrundenspiel im DBB-Pokal mit einem hoffentlich attraktiven Gegner.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 30.01.2002

Gegen den Meister ging die Puste aus

56:90! Royals gegen Wuppertal ohne Chance - Überzeugende Leistung beim 83:70-Sieg gegen Rist-Wedel

- Von SASCHA SPRENGER -

Saarlouis Selten - wenn nicht sogar niemals - sieht man Zsuzsanna Boksay, Trainerin bei den Saarlouiser Basketballerinnen, nach einer Niederlage noch strahlen. Dieses seltene Phänomen konnte man am Sonntag jedoch entdecken, und bei näherer Betrachtung weiß man auch, warum. "Ich bin mit dem Wochenende sehr zufrieden", erklärte sie, "wir haben ein wichtiges Spiel gewonnen und gegen den deutschen Meister eine Halbzeit sehr gut gespielt. Danach waren wir einfach platt, aber das ist ja auch kein Wunder. Insgesamt können wir also mehr als zufrieden sein." Boksay kann mit Recht stolz auf ihre Mannschaft sein. Mit 83:70 bezwangen die "Royals" am Freitagabend den SC Rist Wedel und revanchierte sich damit für die 70:78-Hinspielniederlage. Durch ihr engagiertes und cleveres Spiel gewannen sie damit auch noch den direkten Vergleich mit den Norddeutschen, der am Ende bei Punktgleichheit ausschlaggebend sein würde.

Wenn man die Punktausbeute gegen Wedel betrachtet, könnte man wieder davon ausgehen, es sei eine "Zwei-Mann-Show" gewesen: Andrea Harder erzielte 36 Punkte (bei einer wahnsinnigen Trefferquote von 77 Prozent aus dem Feld), Payton Black kam auf 24 Zähler. Doch zu einem guten Spiel gehören nicht nur Punkte, sondern gute Abwehrarbeit und Vorlagen in der Offensive. Und in dieser Hinsicht zeigten die "Royals" wohl ihre beste Saisonleistung. Die Luxemburgerin Tessy Weis glänzte mit sechs Steals und klugen Pässen. In der Offensive lief der Ball schnell durch die Reihen, die Abwehr der Hamburgerinnen wurde ein ums andere Mal mit schnellen Pässen ausgespielt. Dazu brachte eine aggressive Ganzfeldverteidigung einige Ballgewinne, die in leichte Punkte umgemünzt werden konnten. Nur im dritten Viertel hatte der TVS eine Schwächephase zu überstehen, in der die Gäste vor 300 Besuchern in der Kreissporthalle einen 19:32-Rückstand in eine 40:37-Halbzeitführung umwandelten. Nach dem Wechsel spielten allerdings nur noch die Saarlouiserinnen, und mit etwas mehr Konzentration wäre sogar ein höherer Sieg möglich gewesen. Dieser Sieg gegen Rist ist umso höher einzuschätzen, wenn man bedenkt, dass dieses Team zwei Tage später den Tabellendritten aus Nördlingen mit über 20 Punkten Differenz aus der Halle fegte. "Das war eine tolle Teamleistung", schwärmte auch Nationalspielerin Andrea Harder nach der Partie, "und Tessy hat einfach klasse gespielt. So kann es weitergehen."

Und das ging es auch, selbst gegen den Deutschen Meister aus Wuppertal. Allerdings nur eine Halbzeit lang. Danach waren die Saarlouiserinnen mit ihrer Kondition an diesem Doppelspieltag am Ende. Dem Deutschen Meister hingegen machte in Bestbesetzung diese Strapaze weit weniger aus. So kam er am Ende noch zu einem deutlichen 90:56-Erfolg. Aber man darf träumen, wie das Spiel ohne die Freitagspartie ausgesehen hätte. Im ersten Viertel nämlich führte der TVS die Wuppertalerinnen zeitweise vor, gewann dieses Viertel 25:15. Im zweiten Viertel drehten die Wuppertaler Nationalspielerinnen Ute Krätschmann und Sophie von Saldern dann auf. Doch mehr als eine 41:37-Halbzeitführung konnten auch sie nicht herauswerfen. Andrea Harder und Co. brachten den hohen Favoriten durch ihr freches und engagiertes Spiel mächtig ins Schwitzen, selbst BTV-Coach Olaf Lange musste in einer Auszeit sein Team neu einstellen.

Sollte der TVS diese Form für die nächsten Spiele kompensieren können, sollte um den Einzug in die Play-Offs kein Zweifel mehr bestehen. Zurzeit stehen sie mit 14:14 Zählern auf Rang sechs. Ein wichtiges Spiel steht in der nächsten Woche an. Sollten sie beim TSV Nördlingen bestehen können, wäre das ein riesiger Schritt in Richtung ihres Saisonzieles.

Punkte gegen Wedel: Harder 36, Black 24, Zberch 14, Weis vier, Wagner zwei, Schönecker 2, Maurer einen.

Gegen Wuppertal: Harder 19, Black 19, Zberch 14, Wagner und Schönecker je zwei.

 

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 28.01.2002

Turbulente Woche mit glücklichem Ende für die "Royals"

Dopingkontrolle, Diebstahl, kaum gemeinsames Training - Aber ein wichtiger 83:70-Sieg für Saarlouis gegen Rist Wedel

- Von SASCHA SPRENGER -

Saarlouis. Es geht auf und ab bei den Saarlouiser Bundesliga-Basketballerinnen. Sie liefern spannende Heimspiele und Siege in letzter Sekunde ab, dafür aber auch klare Auswärts-Niederlagen. Auch in den Spielen selbst wechseln sich Höhen und Tiefen in schöner Regelmäßigkeit ab. Was (noch) fehlt, ist die Konstanz in den Leistungen.

Das zeigte sich im Heimspiel gegen den SC Rist Wedel(83:70) wieder eindrucksvoll, zumindest in der ersten Hälfte. Die normalerweise schlecht startenden "Royals" waren dieses Mal von Beginn an hellwach und zeigten vor allem in der Offensive eine starke Leistung. Der Ball lief schnell durch die Reihen, die Abwehr der Hamburgerinnen wurde ein ums andere Mal ausgespielt. Eine offene Deckung provozierte einige Ballverluste der Gäste, die in leichte Punkte umgemünzt werden konnten. Der Lohn: Eine 32:19-Führung nach 13 Minuten. Danach zeigte sich der TVS jedoch von seiner anderen Seite. In der Abwehr schlichen sich Unkonzentriertheiten ein, der Europapokal-Teilnehmer aus Norddeutschland kam immer wieder zu zweiten Wurfchancen und holte auf. Da den Saarlouiserinnen nun auch vorne der Arm "wackelte", führte Rist zur Pause mit 40:37.

Dass daraus am Ende noch ein klarer 83:70-Sieg für die Gastgeberinnen wurde, hatten sie ihrem verbesserten Teamspiel zu verdanken. Während sich die Gäste auf Andrea Harder und Payton Black konzentrierten, setzten die anderen die Akzente. Das hielt die beiden zwar nicht davon ab, 36 beziehungsweise 24 Punkte zu erzielen, aber ohne die Mitspielerinnen geht das natürlich nicht. Vor allem die Luxemburgerin Tessy Weis spielte groß auf und verdiente sich ein Lob ihrer Trainerin. Sie hatte hervorragend trainiert und den Vorzug gegenüber Biggi Hartung in der "Starting Five" erhalten. Mit sechs Ballgewinnen in der Abwehr erzielte sie so viele wie die Gäste zusammen. "Dazu hat sie kluge Pässe gegeben und auch selbst den Abschluss gesucht", freute sich TVS-Trainerin Zsuzsanna Boksay. Diese Leistung ist um so bemerkenswerter, als die 23-Jährige noch am Abend zuvor Opfer eines Diebstahls wurde. Unbekannte brachen ihr Auto auf und stahlen unter anderem ihre Basketballschuhe. So musste sie auf ihre alten "Treter" zurückgreifen. "Vielleicht hat sie ja gerade das so beflügelt", scherzte Andrea Harder nach dem Spiel.

Aber auch die Nationalspielerin selbst hatte es in dieser Woche nicht einfach: Am Samstag standen unerwartet die Doping-Kontrolleure vor der Haustür. Kurioserweise wurde die gerade 25 Jahre alt gewordene Flügelspielerin nach dem Spiel gegen Wedel zusammen mit Anke Maurer noch einmal getestet. "Das ist zwar ein wenig nervig", gab sie zu, "aber es gehört dazu. Dass es jetzt gerade zwei Mal mich getroffen hat, ist Zufall; das kann jeder Auswahlspielerin passieren."

"Wir haben diese Woche optimal überstanden", sagte "Schuscha" Boksay. "Dafür, dass wir gerade einmal komplett trainieren konnten, lief es hervorragend. Das ist natürlich ein Faktor, warum wir noch nicht konstant gute Leistungen bringen können. Wir haben nur drei Profis im Team, von denen eine sich noch auf ihre Diplomprüfung vorbereiten muss. Der Rest der Mannschaft ist berufstätig und kann deswegen kaum öfter trainieren."

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 25.01.2002

Ungewohnte Situation für Hartung

TV Saarlouis mit zwei Heimspielen am Wochenende

Saarlouis (spr). Ganz optimal lief die erste Saisonhälfte für Biggi Hartung, 26, nicht. Die Flügelspielerin des Basketball-Bundesligisten TV Saarlouis musste sich an die Situation gewöhnen, dass mit der Nationalspielerin Andrea Harder und der US-Amerikanerin Payton Black plötzlich zwei dominante Spielerinnen die Mannschaft führten. Dabei war es in der Vergangenheit doch oft Biggi Hartung, die mit ihren Dreiern und knapp 15 Punkten im Schnitt eine Partie entscheiden konnte. "Wir mussten erst einmal unsere neuen Rollen in einem neuen System finden", erklärt Hartung, "man ist zuerst unsicher, ob man nicht lieber wieder passen soll oder selbst abschließen soll. Das hat sich geändert, und das Team wächst weiter zusammen." Der TV Saarlouis steht mit jeweils sechs Siegen und Niederlagen im Mittelfeld einer ausgeglichenen Liga. Am Wochenende stehen zwei schwere Heimspiele an. Am Freitag (20 Uhr) gastiert der SC Rist Wedel, der ebenso wie die Royals die Playoffs anstrebt, in der Saarlouiser Kreissporthalle. Hartung: "Um so wichtiger wäre es, auch den direkten Vergleich zu gewinnen. Zuerst müssen wir natürlich sehen, dass wir gewinnen, aber wenn wir das schaffen, am besten noch mit mehr als acht Punkten Differenz." Das Hinspiel in Wedel ging 70:78 verloren. Sonntags (16 Uhr) steht ein eher "leichtes" Spiel gegen Meister BTV Wuppertal an. "Da können wir komplett ohne Druck spielen", sagt Hartung. "Denn wenn es normal läuft, haben wir kaum Chancen. Wuppertal konnte zuletzt aber kaum überzeugen. Vielleicht gelingt uns eine Überraschung."

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 21.01.2002

"Royals" bangen um Play-Off-Teilnahme

Bonn (spr). Noch am vergangenen Wochenende standen die Saarlouiser Bundesliga-Basketballerinnen auf Rang drei der Tabelle, nach zwei Auswärtsniederlagen innerhalb von drei Tagen müssen sie nun wieder um die Play-Off-Teilnahme bangen. Zuerst verloren sie am Mittwoch in Marburg (83:105), nun ging auch die Partie bei der BG Bonn mit 75:88 verloren. Die schon fast obligatorische Schwächephase zu Beginn der Partie sowie fünf schwache Minuten im dritten Viertel brachten die "Royals" um einen möglichen Sieg. Lediglich der direkte Vergleich konnte dank einer starken Schlussphase noch gesichert werden. Bei Punktgleichheit am Saisonende würde der TVS also vor den Bonnerinnen landen, da die Saarlouiserinnen das Hinspiel mit 16 Punkten Differenz gewinnen konnten. In Bonn knüpfte Centerspielerin Payton Black wieder an ihre guten Leistungen der ersten Spiele an: Sie erzielte 27 Punkte und holte 15 Rebounds. Nationalspielerin Andrea Harder steuerte noch einmal 21 Punkte bei, Birgit Hartung kam auf 16 Zähler. Doch das war gegen eine glänzend aufgelegte russische Olympiasiergerin Irina Minh (30 Punkte) noch zu wenig. Insgesamt kommt noch immer zu wenig von den anderen Spielerinnen. "Das fehlt einfach noch, um ganz vorne mitzuspielen", sagt TVS-Trainerin Zsuzsanna Boksay. Schon am Freitag geht es für die "Royals" gegen den SC Rist Wedel weiter. Mit einem Heimsieg gegen den SC Rist Wedel (20 Uhr, Kreissporthalle) könnten sie sich wieder etwas Luft im Kampf um einen Play-Off-Platz verschaffen. Gelänge sogar ein Sieg mit mehr als acht Punkten Differenz, hätte der TVS auch diesen direkten Vergleich für sich entschieden.

 

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 19.01.2002

Auf "Royals" wartet ein harter Brocken

Marburg/Saarlouis (spr). "Ausgerechnet wieder gegen uns erwischen die so einen Tag", haderte TVS-Trainerin Zsuzsanna Boksay ein wenig mit dem Schicksal. Unzufrieden war sie nicht mit der Leistung ihrer Basketballerinnen bei der Niederlage in Marburg, schließlich hatten sie auswärts stolze 83 Punkte erzielt. Doch wenn der Gegner 105 macht, ist mit der Abwehr etwas nicht in Ordnung, oder der Gegner trifft einfach alles. Und genau Letzteres ist passiert. Der BC Marburg, eigentlich als erster Anwärter auf den zweiten Platz hinter Wuppertal in die Saison gestartet, hatte bis zur Partie gegen Saarlouis unerwartete Probleme. Zuletzt konnte ihre US-amerikanische Aufbauspielerin Brooke Weisbrod nur noch unter Schmerzen spielen, da sie an einer Rückenverletzung litt. Die Folge: Das Team von Trainer Uwe Scheidemann kassierte bereits fünf Niederlagen und war ins Mittelfeld der Liga abgerutscht. Doch gerade gegen Saarlouis zauberte Scheidemann eine neue Spielerin aufs Parkett: Mirka Jarchoska, die Aufbauspielerin der tschechischen Nationalmannschaft. Und gleich einen Tag nach ihrer Verpflichtung zeigte sie, was für eine Ausnahmespielerin sie ist. Sie erzielte 16 Punkte und setzte ihre Mannschaftskolleginnen prima in Szene.

Die zogen aus der Neuverpflichtung eine ungeheure Motivation und trafen einfach aus jeder Position. Insgesamt fielen ganz starke 53 Prozent aller Würfe durch den Saarlouiser Korb. Auf Saarlouiser Seite zeigte Nationalspielerin Andrea Harder mit 30 Punkten und zehn Rebounds eine exzellente Partie. Unzufrieden zeigte sich die Saarlouiser Trainerin über den verschlafenen Beginn ihres Teams. "Wir haben gleich wieder mit etwa zehn Punkten hinten gelegen, nach zehn Minuten waren es fast 20. Aber die "Royals" haben heute (Samstag, 17 Uhr) die Chance zur Wiedergutmachung. Doch auch bei der BG Bonn hängen die Trauben hoch. Zwar gewannen die "Royals" das Hinspiel mit 16 Punkten Differenz, doch seitdem hat sich das Bonner Team mit der polnischen Nationalspielerin Gaby Mrohs-Czerkawski verstärkt.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 18.01.2002

Basketball-Damen verlieren in Marburg

Marburg (spr). "Wir haben gar nicht schlecht gespielt, aber Marburg hat einfach alles getroffen." Zsuzsanna Boksay, Trainerin der Saarlouiser Bundesliga-Basketballerinnen, war nach dem 83:105 in Marburg nicht enttäuscht. 83 Punkte auswärts sind durchaus respektabel. Allerdings trafen die "Royals" auf einen Gegner, der sich gerade zu diesem Spiel mit Mirka Jarchoska, der Aufbauspielerin der tschechischen Nationalmannschaft, verstärkt hat. Und die erzielte 16 Punkte. Eine sehr gute Leistung beim TV Saarlouis zeigte neben Andrea Harder (30 Punkte) auch Katja Zberch (22 Punkte) auf der Center-Position. Aber auch sie konnte nicht verhindern, dass Marburg das erste Viertel mit 29:11 gewinnen und danach vom Vorsprung zehren konnten. "Es waren wieder diese ersten Minuten, die uns auf die Verliererstraße gebracht haben", hadert Zsuzsa Boksay. Schon am Samstag haben die "Royals" die Chance zur Wiedergutmachung bei der BG Bonn mit den Routiniers Anna Stammberger, Irina Minh und Gaby Mrohs-Czerkawski (insgesamt über 1000 Länderspiele).

 

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 16.01.2002

Ist gegen Marburg Überraschung drin?

Saarlouis (spr). Die Vorrunde ist beendet, und die Bundesliga-Basketballerinnen des TV Saarlouis stehen so gut da wie nie zuvor. Sechs Siege, nur vier Niederlagen und Rang drei in der Zwischentabelle - Die Chancen, das Saisonziel Play-Offs zu erreichen, sind nicht schlecht. Doch dafür darf es in der Rückserie keinen Einbruch geben. Zunächst geht es heute (20 Uhr) zum BC Marburg, bevor bereits am Wochenende eine weitere schwere Partie in Bonn ansteht. Das Hinspiel gegen Marburg in eigener Halle ging mit 62:74 verloren. Aber es war knapper, als es das Ergebnis aussagt. "Wir hatten schwache fünf Minuten am Ende", erinnert sich TVS-Trainerin Zsuzsanna Boksay. "Die hat Marburgs Tini Ishaque für acht Punkte in Serie und die Entscheidung genutzt. Das darf uns diesmal nicht passieren", weiß Boksay, und erwartet 40 Minuten volle Konzentration. Dann ist auch eine Überraschung bei den Marburgerinnen möglich, die in dieser Saison ebenfalls alles andere als konstant spielen. Dazu kommt noch, dass ihre amerikanische Aufbauspielerin Brooke Weisbrod an einer Rückenverletzung leidet. Schuscha Boksay nimmt jedoch den Druck von ihrer Mannschaft.

Zwar seien es noch sechs Auswärtsspiele bei nur vier Heimpartien, aber man sei ja schon fast am oberen Limit angekommen: Es ist fast alles perfekt gelaufen, damit konnte man nicht rechnen. Und das Ziel heißt immer noch Play-Offs. Sicher wäre es schön, wenn wir uns dort vorne etablieren könnten, aber wir müssen es nicht. Wir denken also einfach von Spiel zu Spiel. In dieselbe Kerbe schlägt Nationalspielerin Andrea Harder: Das Wasserburg-Spiel hat uns unsere Grenzen deutlich aufgezeigt. Wir haben einige Spiele glücklich gewonnen, das ein oder andere Mal unglücklich verloren. Das wichtigste ist, uns als Mannschaft zu verbessern. Es wäre schön, wenn noch mehr Spielerinnen im Spiel Verantwortung übernehmen könnten. Im Training tun sie es und zeigen, dass sie das können. Wenn wir dazu noch etwas mehr Konstanz in unsere Leistungen bringen, können wir uns vorne festsetzen. Der TVS arbeitet also am langfristigen Erfolg - da sind Rückschläge definitiv vorprogrammiert. Die Kunst wird sein, sich davon nicht zurückwerfen zu lassen und in Ruhe weiterzuarbeiten. Und gerade das wird beim TV Saarlouis versucht.

Aber gegen einen Erfolg in Marburg hätte auch niemand etwas einzuwenden. Und die Chance ist da. Boksay: Bei einer guten Abwehrleistung können wir die Überraschung schaffen.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 08.01.2002

Harder schenkt TVS den Sieg

Basketball-Bundesligist zwingt Wasserburg mit 66:62 in letzter Minute in die Knie

- Von SASCHA SPRENGER -

Saarlouis. Das war wieder ein Herzschlagfinale! Wer die Heimspiele der Saarlouiser Bundesliga-Basketballerinnen besucht, braucht in dieser Saison starke Nerven. "Wir würden so etwas auch lieber vermeiden", sagt eine erschöpfte Andrea Harder nach dem hart erkämpften 66:62 (29:35) gegen den TSV Wasserburg, "Aber so lange es am Ende gut geht..." Nach dem schwachen Pokalspiel gegen Freiburg, in dem wirklich gar nichts zusammenlief, waren die "Royals" auf Wiedergutmachung aus. Doch danach sah es zu Beginn ganz und gar nicht aus. Schnell lag der TVS 2:10 hinten.

Das erste Viertel ging klar mit 14:7 an die Gäste. Und der Aufsteiger aus Bayern machte so weiter. Angetrieben von der agilen Danka Ilic (19 Punkte) hielten die Wasserburgerinnen ihren Vorsprung. Gerade als der TVS kurz vor der Halbzeit drauf und dran war, erstmals in Führung zu gehen, konterten sie gnadenlos: Zwei dumme Fehler der Saarlouiserinnen bedeuteten eine Sechs-Punkte-Führung für die Gäste. Im dritten Viertel musste den 300 Besuchern in der Kreissporthalle Angst und Bange um ihre Mannschaft werden. Die vielleicht etwas kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Endriß und Bleicher hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einige Fouls verhängt. Katja Zberch stand mit vier Fouls kurz vor dem Ausschluss, genau wie Payton Black, die zweite Saarlouiser Centerin. Bei Andrea Harder und Biggi Hartung standen drei Fouls auf dem Papier. Trotzdem ließen die "Royals" mit ihrer Intensität in der Verteidigung nicht nach. Insgesamt brachte es der TVS auf überdurchschnittliche 18 Steals (Ballgewinne) und zwang die Gäste zu 28 Ballverlusten. Punkt für Punkt kämpften sich die "Royals" so heran, obwohl auch bei ihnen im Angriff nicht alles rund lief. Als dann Katja Zberch früh ihr fünftes foul kassierte, kam der Auftritt von Eva Schönecker. Mit frecher Spielweise sorgte sie für einige sehenswerte Aktionen. Am Ende hatte die 20-Jährige sechs Punkte und drei Steals auf ihrem Konto. In dieser Form ist sie eine absolute Bereicherung für das Team. Und da war ja noch eine Biggi Hartung, die sich anscheinend ihren ganzen Frust aus dem Freiburg-Spiel von der Seele warf. Dort traf die Dreipunkte-Spezialistin keinen ihrer gefürchteten Distanzwürfe. Hier schlug sie gleich fünf Mal zu und hielt zusammen mit Andrea Harder und Payton Black ihre Mannschaft im Spiel. In der 35. Minute wurde die Aufholjagd endlich mit der ersten Führung belohnt. Die zunächst eher ruhigen Fans waren zu diesem Zeitpunkt längst hellwach und trieben ihre Mannschaft nach vorne. Doch Wasserburg kontert: Drei Minuten vor dem Ende steht es nach einem Ilic-Dreier 56:61. Im direkten Gegenzug trifft Biggi Hartung einen Dreier zum 59:61. Bevor Payton Black schließlich auch mit ihrem fünften Foul ausscheidet, trifft sie zwei Freiwürfe zum Ausgleich. Insgesamt erzielt sie gegen die Wasserburger Doppeldeckung Wanda Guyton und Dagmar Mumesohn 15 Punkte - so viele wie die beiden Centerinnen der Gäste zusammen. Endlich zeigt Wasserburg Nerven: Dagmar Mumesohn trifft nur einen von zwei Freiwürfen. Wiederum Biggi Hartung macht es im Gegenzug besser, und die "Royals" liegen wieder knapp in Führung. Der Rest ist schnell erklärt: Steal Eva Schönecker, Pass zu Nationalspielerin Andrea Harder, und die schafft 17 Sekunden vor Schluss im zweiten Versuch die Vorentscheidung zum 65:62. Der letzte Dreierversuch der Gäste geht daneben - geschafft! Der letzte Freiwurftreffer von Harder ist nur noch Ergebniskorrektur. TVS-Trainerin Zsuzsanna Boksay fällt ein Stein vom Herzen: "Das war sooo wichtig", freut sie sich. In der Tat: Durch diesen Sieg hat der TVS die Vorrunde mit 12:8 Punkten abgeschlossen und steht damit auf dem vierten Tabellenplatz. Boksay: "Das ist eine gute Ausgangsposition für das Erreichen der Play-Offs. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben fast die gesamte Spielzeit zurückgelegen und sind wieder zurückgekommen. Das war psychisch unglaublich wichtig." Lob verteilte sie auch an einzelne Spielerinnen: "Tina Wagner, Anke Maurer und vor allem Tessy Weis haben hervorragend verteidigt, auch wenn sie keine Punkte gemacht haben. Eva Schönecker hat Katja Zberch hervorragend vertreten, sie bekommt immer mehr Selbstvertrauen. Das ist wichtig, denn es müssen noch mehr Spielerinnen Verantwortung übernehmen." Nun stehen für die "Royals" schwere Auswärtsaufgaben an. Marburg und Bonn sind dabei harte Gegner. Doch mit diesem Kämpferherz ist dem TVS auch dort eine Überraschung zuzutrauen.
Die Punkte beim TVS: Andrea Harder 23, Biggi Hartung 17/5, Payton Black 15, Eva Schönecker 6, Katja Zberch 5/1.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 07.01.2002

Harder nimmt zwei Anläufe zum Sieg

Basketball-Bundesligist TV Saarlouis beendet mit einem knappen 66:62-Sieg gegen Wasserburg die Vorrunde

- Von SASCHA SPRENGER -

Saarlouis. Die Uhr in der Saarlouiser Kreissporthalle zeigt noch 90 Sekunden Spielzeit. Die Basketballerinnen der "Royals" führen gegen den Bundesliga-Konkurrenten TSV Wasserburg knapp mit 63:62. In der amerikanischen Profiliga NBA würde es heißen: "Crunch Time". Es ist die Zeit, in der die Stars der jeweiligen Mannschaften das Heft in die Hand nehmen und versuchen, das Spiel für ihre Mannschaft zu entscheiden.

So auch in Saarlouis. Die Abwehr des TV Saarlouis schnappt zu und erobert den Ball. Dann wandert er wie selbstverständlich in die Hände von Andrea Harder. Die 24-jährige Nationalspielerin versucht, in eine gute Position für den entscheidenden Wurf zu kommen. Ein paar Mal wandert der Ball durch die Saarlouiser Reihen, bis Andrea auf der rechten Seite frei steht. Doch der Ball entscheidet sich, wieder aus dem Korb herauszuspringen. Die 300 Besucher, vor zehn Minuten fast ruhig auf der Tribüne, fassen sich mit einem Aufschrei kollektiv an den Kopf. Da lag ihr TVS die gesamte Spielzeit über in Rückstand, kämpfte sich immer wieder heran, um dann am Ende doch zu verlieren? Die Gäste aus Wasserburg halten wieder alle Trümpfe in der Hand. Sie versuchen, ihre Spielmacherin Danka Ilic freizuspielen. Wird sie zum Star des Nachmittags? Von wegen! TVS-Talent Eva Schönecker passt auf und fängt einen Pass ab. So entsteht eine zweite Chance für Andrea Harder. Und die lässt sie sich nicht entgehen. In ihrer unnachahmlichen Art setzt sie zum Sprungwurf an - und trifft! Die Vorentscheidung. Die Halle steht endgültig Kopf. Als die Saarlouiser Abwehr auch den letzten Wurf der Gäste vereiteln kann, ist es geschafft. Ein Freiwurf von Andrea Harder stellt den Endstand her.

Um nach Spielende mit den Fans jubeln zu können, bedarf einer Vorarbeit mit viel Aufwand. Nicht nur für die Mannschaft - auch für das Umfeld. Noch eine Stunde vor dem Spiel sieht die Kreissporthalle nicht so aus, als könnte sie zur Bühne für Spielerinnen wie Andrea Harder werden. Die Helfer finden eine leere und kalte Halle vor. Schnell werden Werbebanden aufgestellt, das Kampfgericht aufgebaut. Doch das vertreibt noch nicht die Kälte aus der Halle. Wasserburgs Trainer Hans Brei steht mit einer dicken Jacke auf seiner Trainerbank und überwacht die Einspielphase seiner Mannschaft. Die Besucher müssen aufpassen, dass sie auf der zentimeterdicken Eisschicht auf dem Parkplatz nicht wegrutschen. Draußen am Verkaufsstand ist heißer Kaffee beliebt wie selten zuvor. Doch selbst dieser schafft es kaum, frierende Zuschauer zu erwärmen.

Und das Spiel des TV Saarlouis zunächst ebenso wenig. Die "Royals" kommen nicht in Tritt, liegen gleich hinten. Erst nach und nach läuft es besser. Biggi Hartung trifft einige Dreier und hält ihre Mannschaft im Spiel. Je kleiner der Abstand wird, desto lauter werden die Fans. Als Saarlouis fünf Minuten vor dem Ende zum ersten Mal in Führung geht, ist von Kälte nichts mehr zu spüren. Bei Harders entscheidendem Korb kann man sein eigenes Wort kaum noch verstehen.

Eine knappe halbe Stunde später sieht es wieder aus wie vor dem Spiel. Die Spielerinnen haben die Banden abgebaut, die Zuschauer sind nach Hause gegangen. Bis auf einige, die mit der Mannschaft feiern und das Spiel Revue passieren lassen. Sie werden zum nächsten Heimspiel wiederkommen. Vor allem, um wieder einen solchen Höhepunkt in der Schlussphase miterleben zu können. Um zu sehen, wie Andrea Harder oder eine andere TVS-Akteurin das Spiel entscheidet.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 05.01.2002

"Wollen Freiburg vergessen machen"

Saarlouis (spr). Ein Sieg zum Vorrunden-Abschluss - das wäre es für die Basketballerinnen vom TV Saarlouis. Doch der Gegner hat es morgen (Sonntag, 16 Uhr, Kreissporthalle) in sich. Zwar ist der TSV Wasserburg nur Aufsteiger, aber der hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zum Favoritenschreck entwickelt. Zu Beginn wurden einige Spiele knapp verloren, mittlerweile jedoch haben die Wasserburgerinnen das Glück auf ihrer Seite. Mit den Siegen in Bonn und gegen Wedel haben sie sich ins Mittelfeld geschoben. Der TVS dagegen möchte für die Pokal-Schlappe gegen Freiburg Wiedergutmachung betreiben. Trainerin Zsuzsanna Boksay gibt sich optimistisch: Die Spielerinnen haben sich in der Pause gut erholt und seitdem sehr gut trainiert. Wir gehen selbstbewusst an die Aufgabe heran, ohne Wasserburg zu unterschätzen. Sie haben starke Centerspielerinnen und gute Distanzwerferinnen." Bei einem Sieg könnten sich die Royals mit dann 12:8 Punkten oben festsetzen. Ein Erfolg wäre Gold wert, dann hätte der TV eine super Ausgangsposition für die Rückrunde.

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 05.01.2002

Vom Freiplatz in die Bundesliga

Basketballerin Eva Schönecker (20) spielt eine klasse Saison beim TV Saarlouis - Am Sonntag gegen TSV Wasserburg

- Von SASCHA SPRENGER -

Saarlouis. Wer schon mal Streetball gespielt oder gesehen hat, weiß, wie es da zugeht. Auf einem Freiplatz treffen sich ein paar basketball-begeisterte Jungs in Shorts und Sneakers. Es braucht nur einen Ball und einen Korb. Der muss nicht mal ein Netz haben. Genau so fing Eva Schönecker mit dem Basketball an. Damals war sie 13 und hatte es schon mit anderen Sportarten versucht: Fußball, Handball und Tischtennis. Doch der Freiplatz ihrer Schule in Saarbrücken hatte es ihr angetan, hier hat die heutige Bundesliga-Spielerin des TV Saarlouis "ihren" Sport gefunden.

"Ich ging immer mit Tobias, einem Nachbarn, dorthin", erinnert sich die mittlerweile 20-Jährige, "dort spielte ich dann immer mit und gegen Jungs, aber das war echt in Ordnung. Ich habe dort viel gelernt." Denn Streetball besteht eben nicht nur aus lauter, stimmungsvoller Musik aus einem überdimensional großen Ghettoblaster, Kinder und Jugendliche lernen das Spiel mit anderen, verfeinern ihre Bewegungen, verbessern ihren Wurf. So auch Eva Schönecker.

Vom Freiplatz ging es zum ATSV Saarbrücken, danach zum TBS Saarbrücken. In einem Freundschaftsspiel ist Mariusz Dziurdzia, der Herrentrainer des TV Saarlouis, auf die Flügelspielerin aufmerksam geworden. "Wir spielten gegen die Saarlandauswahl der C-Jugend, und dort spielte auch Mariusz' Tochter Sandra mit", erzählt Eva, "so kam es, dass er auch in der Halle war." Und was Dziurdzia sah, gefiel ihm so gut, dass er sie seinerzeit dem Saarlouiser Damen-Trainer Hermann Paar empfahl. In einem Probetraining überzeugte Eva Schönecker auch ihn - der Wechsel vom TBS aus der Landesliga zu den Royals in die Damen-Basketball-Bundesliga war perfekt.

In der ersten Saison erhielt Schönecker unter Paar nur Kurzeinsätze. "Es wurde mir gesagt, dass man im ersten Jahr bei Hermann normalerweise nicht unbedingt viel Spielzeit bekommt. Also war ich auch nicht wirklich enttäuscht", erinnert sie sich. Mittlerweile hat sich das geändert. Eva Schönecker spielt ihre zweite Saison bei den Royals und ist zu einem wichtiger Bestandteil im Team geworden. Trainerin Zsuzsanna Boksay baut auf die 20-Jährige, gibt ihr insbesondere durch den Weggang von Tina Lehnertz deutlich mehr Einsatzzeit, und Eva dankt es mit guten Leistungen. "Ich finde es schön, spielen und mithelfen zu können, dass wir Spiele gewinnen", sagt Eva. Boksay beobachtet die Entwicklung ihres Talents genau, sie hält viel von Schönecker: "Sie hat sich in den letzten Monaten stark verbessert. Natürlich muss sie noch viel lernen, aber sie ist auf einem guten Weg." Das sieht Eva genauso: "Körperlich bin ich oft unterlegen. Man kommt sich schon komisch vor, wenn man jemandem gegenübersteht, der über 1,90 Meter groß ist. Aber da muss ich dann meine Schnelligkeit ausspielen."

Eigentlich spielt Eva, 1,82 Meter groß, auf dem Flügel - sie muss jedoch auch als Center aushelfen, weil der TV Saarlouis mit Payton Black und Katja Zberch nur über zwei große Spielerinnen verfügt. Mit einem guten Wurf ausgestattet platziert sie sich auch mal außerhalb der Zone und zieht somit eine große Gegenspielerin unter dem Korb weg. Dass Eva auch von der Dreierlinie trifft, zeigt ihre Vielseitigkeit. Im Bundesliga-Spiel gegen den TSV Wasserburg (Sonntag, 16 Uhr, Kreissporthalle Saarlouis) will Eva mit ihrem Team zum Vorrunden-Abschluss unbedingt noch einen Sieg einfahren.

Eva will auch dieses Spiel nutzen, um sich in der Bundesliga zu etablieren. "Ich möchte immer besser werden und mir meinen Platz erkämpfen." Für dieses Ziel opfert sie viel Zeit. Doch gerade jetzt kann sie sich voll auf Basketball konzentrieren. Das Fachabitur hat sie in der Tasche, und bis sie sich entschieden hat, was sie weiter tun will, bleibt das auch so. Das heißt natürlich auch, sich im Fernsehen die Stars der amerikanischen Profiliga NBA anzusehen und sich so viel wie möglich abzuschauen. Und sobald das Wetter besser wird, geht es wieder raus auf den Freiplatz. Streetball spielen. Laute Musik hören. Bälle versenken. Kerle wegschupsen. Genau das ist ihre Welt.

 

Saarbrücker Zeitung
Bericht vom : 04.01.2002

90 Jahre und kein bisschen alt

Der Ehrenvorsitzende des TV 1872 Saarlouis, Mamert Hock, feiert heute Geburtstag

Saarlouis (hl). Mamert Hock übernahm mit seiner Geburt in Saarlouis am 4.Januar 1912 nicht nur den Namen des weithin geschätzten Orgelbauers Mamertus Hock, sondern auch dessen Vorliebe für den Sport - wie sich zeigen sollte. In Saarlouis war wie in allen Garnisonsstädten 1872, wohl auch im Nachhall zur Reichsgründung, ein Turnverein gegründet worden. Im heutigen Turngau Saar-Mosel ist er mit dem TuS Wadgassen der älteste Verein. Von ihnen gingen die Impulse für die in rascher Reihe folgenden Vereinsgründungen im Umkreis aus. Bis Ende des 19.Jahrhunderts hatte der Turngedanke zur Gründung von 13 Vereinen im Einzugsbereich der Stadt geführt.

In der Chronik der Saarlouiser Turnerschaft von 1872 taucht der Familienname "Hock" 1902 auf, als der Vater des heutigen Jubilars, Mamert Hock sen., als Schriftwart in den Vereinsvorstand eintrat. Kurz nach Beendigung des Ersten Weltkriegs (1919) übernahm Vater Hock nicht nur den Vereinsvorsitz, sondern auch den Neuaufbau des Vereins. 1928 legte er sein Amt in andere Hände, da war der TV 1872 Saarlouis bereits auf über 400 Mitglieder angewachsen und wies alle modernen Disziplinen, unter anderem Schwimmen in der Saar, aus. Die Stunde des verstärkten Einsatzes für Mamert Hock jr. kam 1954, als sich die Saarlouiser Turnerschaft wieder als selbstständiger Verein etablierte. Mit wenig mehr als 100 Mitgliedern übernahm er den Turnverein und setzte den Neuaufbau des Vereins als Vorsitzender von 1962 bis 1976 zielstrebig fort.

Höhepunkte in diesen Jahren waren nicht nur das 90- und 100-jährige Vereinsjubiläum, sondern vor allem die exzellente Vorbereitung und Durchführung des sechstenLandesturnfestes in Saarlouis (1964), wobei die Saarlouiser Turnvereine einmütig zusammenarbeiteten! Für den TV 1872 Saarlouis bedeutete das "sonnendurchflutete Turnfest" den Start zu einer großartigen Phase, die der Turnerschaft Saarlouis-Innenstadt viele neue Abteilungen und viele Hunderte von Migliedern brachte! Zur 100-Jahrfeier 1972 war der Verein bereits auf 1031 gewachsen.

Was den Namen Mamert Hock ebenfalls weithin bekannt machte, war, dass der Jubilar, der seit 1976 Ehrenvorsitzender "seines" Vereins ist, in seiner sportlichen Laufbahn 50 Mal die Bedingungen zum Deutschen Sportabzeichen in Gold erfüllte! Mamert Hock bestätigt in eindrucksvoller Weise: "Turner werden zwar älter, doch nie alt!"